haben sie entweder eine Trotzphase (das gibt sich - irgendwann)
oder einen Paukenerguss. Dann muss der Onkel HNO ran.
Für die Medizin-Laien:
Die Pauke ist der Hohlraum im Ohr auf der Innenseite des Trommelfells.
Erguss heisst, dass sich dieser Hohlraum mit Flüssigkeit gefüllt hat.
Warum und Wie ist eine längere Geschichte.
Schuld sind am Ende jedenfalls wuchernde Polypen
Also müssen die raus.
Per Operation.
An meinem 4jährigen Sohn.
Horror.
Aber wat mutt, dat mutt.
Also Diagnose, Vorgespräch, Blutprobe, Formulare unterschreiben, noch'n Vorgespräch.
Und dann hockt man plötzlich morgens um halb acht in einem Wartezimmer und redet auf das schlaftrunkene und seines Frühstücks beraubte Kind ein, es möge den Betäubungssaft trinken, obwohl er nicht, wie versprochen, nach Himbeere schmeckt, sondern nach Scheiße mit Chili.
Und das Kind trinkt.
Noch eine halbe Folge Biene Maja vom praxiseigenen Videorekorder, und die Augen fallen ihm zu.
Jetzt heisst es stark sein.
Denn natürlich haben Eltern im OP keinen Zutritt. Ist wohl auch besser so.
Also lassen wir unser Fleisch-und-Blut in den Händen des Anästhesisten.
Dann stehen wir vierzig ziemlich lange Minuten bedröppelt auf dem Gang rum.
Vierzig
wirklich
sehr
lange
Minuten.
Keine Tür ist jemals so laut aufgerissen worden wie diese Höllenpforte zum OP.
Wir starren die Schwester an.
"Alles prima gelaufen", flötet sie, "er ist schon im Aufwachraum. Wer von Ihnen möchte mitkommen?"
Und so sitze ich nochmal eine nicht ganz so lange Stunde rum, während meine Holde unserem tapferen Kind beim Aufwachen zuguckt.
Der Saft, der nicht nach Himbeere schmeckt enthielt übrigens ein Betäubungsmittel, das bis zu 6 Stunden anhält und irgendwie mit LSD verwandt ist (Kein Witz, der Anästhesist hat's gesagt!). Wie ein kleiner Matrose bei schwerer See taumelt unser Sproß noch am späten Nachmittag über die Planken des Wohnzimmerparketts.
Dann schläft er eine Nacht.
Und das war's. Happy End mit Sternchen.
Dank, Lob und eine herzlichste Empfehlung für die Tagesklinik in Hoechst. Wiedersehen muss aber trotzdem nicht sein.
PS. Ich wollte noch ein Bild der Polypen posten. Weil das aber sicher nicht jeder sehen will, gibt's nur diesen Link
28 März 2006
22 März 2006
jeanne:dark

So heisst ein Stück, das zur Zeit im Frankfurter Kellertheater zu sehen ist.
Mein Fazit, ausnahmsweise gleich vorab: bedingt sehenswert.
Im Einzelnen:
Jeanne:dark montiert Szenen aus der klassischen Johanna von Orleans mit Motiven und Figuren aus dem Film "Girl, interrupted" (deutsch: "Durchgeknallt".
Wieso weshalb warum kann ich nicht sagen, schon weil ich den Film nicht kenne.
Was davon auf die Bühne kommt: Eine Psychiatrie, schön im Kuckusnest-Klischee der 60er gehalten, mit Willkür, Sadismus, Medikation und Elektroschocks, sowie deren Insassinnen, die alle abwechselnd mal die Rolle der Jeanne übernehmen dürfen.
Man (also ich) würde sich wirklich gern für die geknechteten, aufbegehrenden Frauen erwärmen. Aber das geht leider nicht.
Die Inszenierung (also der Regisseur) reduziert sie alle komplett auf ihren jeweiligen Knacks. Lauter Opfer ohne den Hauch einer Chance. Bis auf die Haupt-Jeanne: die wird am Schluss als geheilt entlassen. Ansonsten nimmt das Verhängnis programmgemäss seinen Lauf zum bekannten Ende. Überraschungen: keine.
Dafür sind die Darsteller ohne Ausnahme überaus engagiert bei der Sache, konzentriert, mit Spannung und einigen wirklich sehr schönen szenischen Kabinettstückchen. Das macht den Abend kurzweiliger und entschädigt (ein bisschen) für den endlos sich hinziehenden Schluss.
Besonderer Leckerbissen für Paulchen Panther Fans: auf einem Fernseher laufen die ganze Zeit über Episoden aus der Zeichentrickserie. Wer sich vom Stück nicht zu sehr ablenken lässt, kommt da voll auf seine Kosten.
PS. Noch ein Wort zur Musik: jeder (also gut nicht absolut jeder, aber fast jeder) Szenenwechsel wird mit einem Oldie-Ohrwurm zugesosst. Das ist schon kein Wink mit dem Zaunpfahl mehr, das grenzt an Körperverletzung.
14 Februar 2006
Ein digitales Heldenmal für C.

Weil sie am Sonntag trotz heftiger Magenverstimmung wieder mit 100 Prozent die coole Killerin gegeben hat.
Chapeau!
Durchatmen

Die Premiere ist gelaufen (und zwar gut).
Der Kleinkulturbeauftragte des Lokalblattes hat eine hymnische Kritik verfasst.
(Was aber vielleicht damit zusammenhängt, dass er sich zur Halbzeit verdrückt hat. Da kann er sich natürlich keinen Verriss erlauben. Sonst petzen wir nämlich beim Redakteur. Jawohl, das tun wir!)
Ausserdem stehen wir aber der Homepage der Zeitung heute ganz oben (siehe Screenshot).
Kurz: Sonnenschein.
06 Februar 2006
DIN 4102, erfüllt.

Puuuh, das war knapp.
Aber eine knappe Woche vor der Premiere haben wir tatsächlich eine Folie gefunden, die
erstens strahlend weiss ist und
zweitens nicht das Risiko birgt, unsere Spielstätte abzufackeln.
Und dazu noch einen kunstsinnigen Unternehmer, der uns diese Folie spendiert, und den ich dafür an dieser Stelle werbewirksam loben möchte:
Wenn also jemand Folien für Büro, Heim oder Werkstatt braucht, wende er sich bitte vertrauensvoll an:
Benn Folien
Mein persönlicher Favorit: die Folie, aus der man sich bei Bedarf Kreditkarten stanzen kann. Super!
02 Februar 2006
Erwischt!
Und zwar 3 Jungdynamiker in grauen Anzügen, die sich im Regionalzug schlafend stellten, um keinen weiteren Sitznachbarn dulden zu müssen.
Amateure!
Ein halb geflüstertes Verzeihung (OK, und ein dezenter Rempler mit dem Rucksack), schon ging die ganze Tarnung flöten.
So müssen Tage anfangen.
Amateure!
Ein halb geflüstertes Verzeihung (OK, und ein dezenter Rempler mit dem Rucksack), schon ging die ganze Tarnung flöten.
So müssen Tage anfangen.
01 Februar 2006
Liebe Kollegen

sind etwas Wunderbares.
Vor allem, wenn man seit Wochen händeringend ein wichtiges Requisit sucht, in diesem Fall: ein Messer, welches auch in Reihe 15 noch Eindruck schindet.
Eine kleine Rundmail durchs Haus, und schon bin ich um zwei Dinge reicher:
1. Ein passendes Messer für unser Stück.
2. Eine tief sitzende Furcht vor den Mitarbeitern unseres Hauses.
Unter den zahlreichen Hieb- und Stichwaffen, die mir in spontaner Hilfsbereitschaft angeboten wurden, waren z.B.
1 Säbel (Zitat des Stifters: "frag nicht, wo ich den her habe ...")
1 Katana ("das ist ein japanisches Samuraischwert")
1 Schweizermesser ("ist dir wohl zu klein ... Aber es ist ROT!")
Für welche Klinge ich mich letzten Endes entschieden habe, seht ihr dann ja auf der Bühne.
30 Januar 2006
DIN 4102
Definiert, was hierzulande als "schwer entflammbar" zu gelten hat.
Und weil wir ja kein kollektives Brandopfer veranstalten wollen, sondern einen Theaterabend, achten wir streng auf die Einhaltung solcher Normen.
Wir versuchen testhalber, die weisse Folie anzuzünden, die 98,5 % unseres Bühnenbildes bedecken soll.
Sie brennt wie Zunder.
Nein. Schlimmer. Sie fängt Feuer, schmilzt, und tropft dann als brennender Sirup in den bereitstehenden Sandeimer.
Positiv denkende Menschen nennen so etwas eine Herausforderung, eine Chance für ein neues, noch besseres Bühnenbild.
Ich nenne sowasScheisse ein Elend.
Wenn jemand Ideen hat, wie man einen 40qm grossen, 3 Meter hohen Raum brandpolizeilich unbedenklich in strahlendes Weiss hüllen kann: ich bin ganz Ohr.
Und weil wir ja kein kollektives Brandopfer veranstalten wollen, sondern einen Theaterabend, achten wir streng auf die Einhaltung solcher Normen.
Wir versuchen testhalber, die weisse Folie anzuzünden, die 98,5 % unseres Bühnenbildes bedecken soll.
Sie brennt wie Zunder.
Nein. Schlimmer. Sie fängt Feuer, schmilzt, und tropft dann als brennender Sirup in den bereitstehenden Sandeimer.
Positiv denkende Menschen nennen so etwas eine Herausforderung, eine Chance für ein neues, noch besseres Bühnenbild.
Ich nenne sowas
Wenn jemand Ideen hat, wie man einen 40qm grossen, 3 Meter hohen Raum brandpolizeilich unbedenklich in strahlendes Weiss hüllen kann: ich bin ganz Ohr.
17 Januar 2006
Geduld
gehört scheinbar nicht zu den vorrangigen Tugenden meines Lieblingskommentators.
Und weil ich es mir nicht leisten kann, ihn zu vergrätzen, lasse ich die Katze eben ein bisschen früher als beabsichtigt aus dem Sack:
Gespielt wird "Popcorn" von Ben Elton, und zwar im amerikanischen O-Ton.
Alles weitere hier.
Und für unsere Ratefreunde:
Ben Elton schreibt nicht nur kohlrabenschwarze Komödien, er tritt auch gelegentlich in Filmen auf.
Einen besonders gelungenen Einsatz hatte er an der Seite von Micheal Keaton in einer Shakespeare-Verfilmung.
In welcher? Und welche Rolle hatte Ben Elton?
Antworten bitte in die Kommentare.
Wer zuerst richtig antwortet, gewinnt eine Freikarte für unser Stück (Wert: 10 Euro!)
Und weil ich es mir nicht leisten kann, ihn zu vergrätzen, lasse ich die Katze eben ein bisschen früher als beabsichtigt aus dem Sack:
Gespielt wird "Popcorn" von Ben Elton, und zwar im amerikanischen O-Ton.
Alles weitere hier.
Und für unsere Ratefreunde:
Ben Elton schreibt nicht nur kohlrabenschwarze Komödien, er tritt auch gelegentlich in Filmen auf.
Einen besonders gelungenen Einsatz hatte er an der Seite von Micheal Keaton in einer Shakespeare-Verfilmung.
In welcher? Und welche Rolle hatte Ben Elton?
Antworten bitte in die Kommentare.
Wer zuerst richtig antwortet, gewinnt eine Freikarte für unser Stück (Wert: 10 Euro!)
16 Januar 2006
Lampenfieber
Bloggen verträgt sich nicht gut mit Theater.
Jedenfalls nicht, wenn man ersteres regelmässig und zweiteres (sagt man das?) gut machen will.
Einziger Ausweg: Bloggen übers Theatermachen. Wenigstens vorübergehend.
Nun ist es fürNormale Aussenstehende wahrscheinlich ohnehin schwer einzusehen, warum man ganze Wochenenden in geschlossenen Räumen verbringt, um sich gegenseitig auswendig gelernten Text vorzusagen.
Ich weiss es auch nicht.
Vermutlich wirkt der partielle Luftabschluss irgendwie euphorisierend. So ähnlich wie beim Selbst-Strangulieren, nur ohne die peinlichen Leichenfunde.
Jetzt sind es noch vier Wochen bis zur Premiere. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Es sind noch genau 7mal Proben (wir sind schliesslich alle tagsüber hart arbeitende Amateure). Mit anderen Worten: An den zärter Besaiteten knabbert schon das Lampenfieber.
An mir nicht. Ich bin schon voll in Panik.
Jedenfalls nicht, wenn man ersteres regelmässig und zweiteres (sagt man das?) gut machen will.
Einziger Ausweg: Bloggen übers Theatermachen. Wenigstens vorübergehend.
Nun ist es für
Ich weiss es auch nicht.
Vermutlich wirkt der partielle Luftabschluss irgendwie euphorisierend. So ähnlich wie beim Selbst-Strangulieren, nur ohne die peinlichen Leichenfunde.
Jetzt sind es noch vier Wochen bis zur Premiere. Das klingt nach viel, ist es aber nicht. Es sind noch genau 7mal Proben (wir sind schliesslich alle tagsüber hart arbeitende Amateure). Mit anderen Worten: An den zärter Besaiteten knabbert schon das Lampenfieber.
An mir nicht. Ich bin schon voll in Panik.
05 Januar 2006
Selbstmedikation bei Kühen
Doch, das gibt es, und es fällt in die Rubrik "Lehrreiches aus dem Bayerischen Wald".Dessen findige Bewohner sind nämlich nach jahrhundertelangen Verhaltensstudien an ihrem Nutzvieh auf zu der Erkenntnis gelangt ...
... daß Kühe bei Blähungen die Wurzel fraßen und sich anschließend merklich wohler fühlten.
Die Wurzel, von der hier die Rede ist, gehört dem Bärwurz (Ligusticum mutellina). Und weil Bergbauern keine Kühe sind, essen sie sowas natürlich nicht roh, sondern als Schnaps.
Wem das zu scharf ist, der kann auf einen weniger herben Kräuterlikör ausweichen, den Blutwurz. Ebenfalls gewonnen aus gesundheitsfördernden Wurzeln, die sich, so steht's auf der Flasche ...... beim Brechen rot färben.
Aber so weit wollten wir es dann doch nicht kommen lassen.
04 Januar 2006
Trendsport Rodeln
Endlich mal ein "Trendsport" für mich!Ich weiss gar nicht, wann ich zuvorletzt Schlitten gefahren bin. Zuletzt war jedenfalls kurz vor Neujahr, und es war bombig.
Zusammen mit einem Dreieinhalb-Käse-hoch und einer quietschenden Angetrauten inmitten von ähnlich enthusiasmierten Kindern jeden Alters eine schön präparierte Piste runterbrettern - was für ein Spass! Zur Nachahmung: Eine Liste alpiner Rodelstrecken gibt's hier.

Und wer nicht glaubt, dass der biedere Familienspass jetzt echt trendig ist, kann gerne im Spiegel nachlesen.
In unserem Hausgebirge sind die Möglichkeiten leider eher mager. Deswegen waren wir ja auch im Bayerischen Wald.
Und was man dort trinkt, erzähle ich morgen.
21 Dezember 2005
9 Tage Sendepause
sind hiermit vorüber.
Fehlt bloss noch ein spannendes Thema.
Wie wär's mit Schadenfreude? Ein Klassiker.
Ich könnt mich zum Beispiel scheckig darüber freuen, dass die Mannesmann-Abwickler nun doch noch mal vor Gericht kommen. Reiner Neid, natürlich. Wenn ich ein paar Millionen dafür kriegen würde, dass ich meinen Job nicht anständig mache, würd' ich mich wahrscheinlich auch nicht gross wehren.
Jetzt werden Klaus und seine Mit-Esser (Namenswitze gehören sich nicht, weiss ich) (Kalauer auch nicht, weiss ich auch) vielleicht doch noch ihrer gerechten Strafe zugeführt. Ein paar Millionen Stunden gemeinnützigen Dienst fände ich nicht schlecht. Wahlweise als Erntehelfer oder Arbeitsvermittler.
Aber genug der Gehässigkeiten. Ist ja schließlich bald Weihnachten.
Was lernen wir aus der Causa Esser? Es wird einem nichts geschenkt.
Also ab in dieoffene Psychiatrie Fußgängerzone, einkaufen für die Lieben.
Fehlt bloss noch ein spannendes Thema.
Wie wär's mit Schadenfreude? Ein Klassiker.
Ich könnt mich zum Beispiel scheckig darüber freuen, dass die Mannesmann-Abwickler nun doch noch mal vor Gericht kommen. Reiner Neid, natürlich. Wenn ich ein paar Millionen dafür kriegen würde, dass ich meinen Job nicht anständig mache, würd' ich mich wahrscheinlich auch nicht gross wehren.
Jetzt werden Klaus und seine Mit-Esser (Namenswitze gehören sich nicht, weiss ich) (Kalauer auch nicht, weiss ich auch) vielleicht doch noch ihrer gerechten Strafe zugeführt. Ein paar Millionen Stunden gemeinnützigen Dienst fände ich nicht schlecht. Wahlweise als Erntehelfer oder Arbeitsvermittler.
Aber genug der Gehässigkeiten. Ist ja schließlich bald Weihnachten.
Was lernen wir aus der Causa Esser? Es wird einem nichts geschenkt.
Also ab in die
12 Dezember 2005
Der beste Platz ...

... ist immer an der Theke? Nicht in überfüllten Bussen und Bahnen.
Da ist der beste (Steh-)Platz eindeutig ca. einen Schritt hinter dem Einstieg.
Denn genau da bleiben die meisten Zusteigenden stehen und schlagen Wurzeln. Auch (oder: gerade?) wenn vor ihnen noch ein meterlanger, freier Mittelgang mit reichhaltigen Festhaltemöglichkeiten lockt. Auch (oder: gerade?) wenn sich hinter ihnen eine Traube Einstiegswilliger rebellierend auf dem Bürgersteig staut.
Sie bleiben. Obwohl das der zugigste, unbequemste Platz im ganzen Bus ist. Obwohl sie sich damit den Unmut sämtlicher Mitreisenden zuziehen.
Ganz klar: dieser dreckige Viertel-Quadratmeter Kunststoffboden ist ein magischer Ort, ein spirituelles Kraftzentrum. Stonehenge auf Rädern. Die kleine kosmische Andacht zwischendurch, eine Leistung Ihres Nahverkehrsverbundes.Leider sind solche Entgrenzungs-Erfahrungen auf der Busschwelle meist von kurzer Dauer.
Wie soll man auch befriedigend mit dem All verschmelzen, während einem pudelmützige Grundschüler unter den Achseln hindurch wuseln und ein rüstiger Rentner kaum zwei Zentimeter vor dem eigenen, entrückt lächelnden Gesicht herrisch "Durrrrrchrrrrrücken!" bellt.
06 Dezember 2005
Abbitte
Vor einiger Zeit hatte ich hier öffentlich über Finanzbeamte gelästert.
Dafür entschuldige ich mich hiermit ebenso öffentlich.
Warum?
Weil ich heute morgen eine Frage zu meinem Einkommenssteuerbescheid (mit oder ohne Genitiv-s?) hatte:
Ich rief das örtliche Finanzamt an.
Die Leitung war frei.
Ein Mann nahm das Gespräch entgegen.
Er hörte sich meine Frage an und verband mich weiter an den zuständigen Sachbearbeiter.
Der Sachbearbeiter existierte wirklich und war tatsächlich zuständig.
Er beantwortete meine Frage.
Umfassend, korrekt und höflich.
Beglückt und gerührt legte ich auf.
Und sag' jetzt bitte keiner, das sei die übliche weichgespülte Advents-Emo.
Dafür entschuldige ich mich hiermit ebenso öffentlich.
Warum?
Weil ich heute morgen eine Frage zu meinem Einkommenssteuerbescheid (mit oder ohne Genitiv-s?) hatte:
Ich rief das örtliche Finanzamt an.
Die Leitung war frei.
Ein Mann nahm das Gespräch entgegen.
Er hörte sich meine Frage an und verband mich weiter an den zuständigen Sachbearbeiter.
Der Sachbearbeiter existierte wirklich und war tatsächlich zuständig.
Er beantwortete meine Frage.
Umfassend, korrekt und höflich.
Beglückt und gerührt legte ich auf.
Und sag' jetzt bitte keiner, das sei die übliche weichgespülte Advents-Emo.
Lassie und Fury
könnten doch mal zusammen in einer Serie auftreten, Peter Alexander und Anneliese Rothenberger hätten das schließlich auch schon gemacht.
Schöner Vorschlag, irgendwann in den 80ern im "Scheibenwischer" live am Harmonium vorgetragen von Hanns Dieter Hüsch.
Leider haben die Programmverantwortlichen nicht auf ihn gehört. Und nun ist er tot.
Liebe Intendanten: für zwischen den Jahren wünsche ich mir hiermit umfangreiche "Best of"-Sendungen über Hanns Dieter Hüsch und Dieter Hildebrandt (auch wenn letzterer hoffentlich noch lange lebt). Vielleicht könnt ihr dafür auf einen eurer zehntausend Jahresrückblicke verzichten?
Danke.
Schöner Vorschlag, irgendwann in den 80ern im "Scheibenwischer" live am Harmonium vorgetragen von Hanns Dieter Hüsch.
Leider haben die Programmverantwortlichen nicht auf ihn gehört. Und nun ist er tot.
Liebe Intendanten: für zwischen den Jahren wünsche ich mir hiermit umfangreiche "Best of"-Sendungen über Hanns Dieter Hüsch und Dieter Hildebrandt (auch wenn letzterer hoffentlich noch lange lebt). Vielleicht könnt ihr dafür auf einen eurer zehntausend Jahresrückblicke verzichten?
Danke.
30 November 2005
Der Schnuzzelmantel
So hiess bei uns ein schwarzer, nicht ganz knielanger Mantel mit schwarzen Lederknöpfen, den mein Vater Ende der 70er trug."Schnuzzel", weil er aus einem Stoff bestand, den ich sonst nie mehr irgendwo gesehen haben. Wahrscheinlich irgendeine hoch toxische Kunstfaser. Jedenfalls liess das Ding seinen Träger aus der Entfernung aussehen wie einen knuffeligen Schwarzbären. Und aus der Nähe war er wirklich "schnuzzelig".
Und genau so einen trägt der traurige Rentner, der gelegentlich an der Haltestelle vorm Altersheim sitzt, gleich neben unserer Agentur. Mit seiner riesigen, starken Brille guckt er so verträumt aus dem gläsernen Wartehäuschen wie der Wickelbär im Nachttierhaus und erinnert mich an meinen Vater.
Dabei sieht er ihm sonst gar nicht ähnlich.
23 November 2005
Für hinter die Ohren ...
aller, die meinen, ihrem Mitteilungsbedürfnis in schriftlicher, verschärften Falls sogar schriftlich-öffentlicher Form nachkommen zu müssen: die goldenen Regeln des Papierstils.
via Sprachblog, mit der dringlichen Bitte um peinlichste Befolgung derselben.
via Sprachblog, mit der dringlichen Bitte um peinlichste Befolgung derselben.
21 November 2005
Mogel-Zuckerle
Praktisch sind sie ja, diese neumodischen Zuckertütchen, die man neuerdings überall zum "Latte" gereicht bekommt (Cappuccino ist ja sowas von out). Aber was da auf der Rückseite steht, fuchst mich schon eine ganze Weile:44% weniger Papier als herkömmliche Verpackung
Glaub' ich nicht. Also schnell mal gemessen und gerechnet.
Das Zuckertütchen kommt auf L10,8 x B1,8 = 19,44 qcm x 2 Seiten= 38,88 qcm Zuckertüte.
Der gute alte Zuckerwürfel im Doppelpack ist ein bisschen komplizierter:
Ober- und Unterseite je 3,3 x 1,6 = 5,28 qcm, macht zusammen 10,56 qcm
Vorder- und Rückseite je 1,6 x 1,1 = 1,76, zusammen 3,52 qcm
Linke und rechte Seite je 3,3 x 1,1 = 3,63, zusammen 7,26 qcm
Macht unter dem Strich: 21, 34 qcm.
Ich wusste es! Ihr Schummler!
18 November 2005
Wer hat's gesagt?
If you talk to God, that's a prayer.
If God talks back to you, that's schizophrenia.
Und das von einem katholischen Erzbischof.
Gemeint war übrigens die Präsidentin der Philippinen, Gloria Macapagal Arroyo, die sich in Regierungsdingen nach eigenen Angaben gern persönlich Rat vom Allerhöchsten einflüstern lässt.
via Time Magazine
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